Findbuch

 

Zu den wichtigsten Zielsetzungen des Frauenarchivs Bozen gehört die Erarbeitung - als "work in progress" - eines Findbuches der frauenspezifischen Archivbestände im Gebiet des historischen Tirol. Dazu gehört auch die Erstellung einer "Landkarte" jener Archivbestände, die für die Frauengeschichte wichtige Dokumentation enthalten.
Das Frauenarchiv will über eine enge Zusammenarbeit mit den bereits bestehenden öffentlichen und privaten Archiven Hinweise auf das Vorhandensein von Archivalien sammeln, mit Hilfe derer die Geschichte der Frauen vom Mittelalter bis in die heutige Zeit rekonstruiert werden kann.

Das Projekt entsteht aus der Überzeugung, dass Frauen kaum je eigenen schriftlichen Nachlass gezielt produzieren, aufbewahren und der Nachwelt hinterlassen. In der Regel verschmilzt ihre oft auch umfangreiche schriftliche Produktion mit dem jeweiligen Familienarchiv oder dem Archiv der Institution, in der sie tätig waren.
Diese Archive gelten aber vor allem als Quellen für politische, soziale und wirtschaftliche Geschichtsschreibung und werden kaum je als Ausgangspunkt für Forschung im Bereich der Geschlechtergeschichte genutzt.
Durch das Herausfiltern des frauenspezifischen Materials und seine Bekanntmachung kann den Frauen, die es produziert haben, ihre eigenständige Bedeutung zurückgegeben werden. Andererseits können durch die gezielte Durchforstung der bereits bestehenden Archive auch Wege für ganz neue Forschungsvorhaben geöffnet werden.

Ein ähnliches Projekt wird in Florenz bearbeitet, wo innerhalb des Staatsarchivs ein "Archivio per la memoria e la scrittura delle donne" aufgebaut wird, das Hinweise auf die in der Toskana befindlichen frauenspezifischen Quellenbestände sammelt.

Ein Projekt der Zukunft wird eine Internet-Datenbank der Frauenarchive im deutschen und italienischen Sprachraum sein.

test
DEIT